UMWELTFREUNDLICHE 3D-DRUCK-MATERIALIEN: WORAUF ES WIRKLICH ANKOMMT
Bio-basierte Filamente? Klingt vielversprechend – aber wie genau funktioniert das eigentlich? Mit der zunehmenden Verbreitung des 3D-Drucks stellen sich immer mehr Menschen eine einfache, aber wichtige Frage: Kann das Ganze auch nachhaltig sein? Bei der Vielzahl an verfügbaren Filamenten ist oft nicht klar, welche Materialien wirklich umweltfreundlich sind – oder was das überhaupt bedeutet. Geht es dabei um bio-basiert, biologisch abbaubar – oder beides?
Tatsächlich werden diese Begriffe häufig gleichgesetzt, obwohl sie ganz unterschiedliche Eigenschaften beschreiben. Wer bewusstere Entscheidungen treffen will – und gleichzeitig Wert auf gute Druckergebnisse legt – sollte den Unterschied kennen.
Bei Extrudr arbeiten wir seit Beginn mit bio-basierten Materialien. Während PLA als Standardmaterial bereits aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, haben wir unser Sortiment um leistungsfähige bio-basierte Alternativen erweitert – für Anwendungen vom Hobbydruck bis zur industriellen Fertigung.
Schauen wir uns also genauer an, was ein Filament nachhaltig macht, wie sich bio-basiert von biologisch abbaubar unterscheidet – und wie du das passende Material für dein nächstes Projekt findest.
WAS MACHT EIN FILAMENT BIO-BASIERT?
Ein bio-basiertes Filament wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke, Zuckerrohr oder Holzfasern hergestellt – anstelle fossiler Rohstoffe. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von Erdöl und die CO₂-Bilanz des Produkts verbessert sich.
Aber: Nur weil ein Material aus erneuerbaren Quellen stammt, heißt das nicht automatisch, dass es auch biologisch abbaubar ist. Grundsätzlich lassen sich Biokunststoffe in drei Kategorien einteilen:
1. Aus nachwachsenden Rohstoffen, biologisch abbaubar
2. Aus nachwachsenden Rohstoffen, nicht biologisch abbaubar
3. Aus fossilen Rohstoffen, biologisch abbaubar
Wir bei Extrudr konzentrieren uns auf die ersten beiden Gruppen – also auf Filamente, die aus erneuerbaren Quellen stammen und zum Teil auch biologisch abbaubar sind. Je nach Anwendungsfall erfüllen sie unterschiedliche Anforderungen.

UNSERE BIO-BASIERTEN FILAMENTE
PLA
Basic
Ausgangsstoff: Fermentierte Maisstärke
Vorteile: Leicht, stabil und einfach zu drucken – mit sehr guter
Alltagstauglichkeit
Geeignet für: Prototypen, Bildungsprojekte und unkomplizierte
Alltagsanwendungen
PLA
NX2 MATT
Ausgangsstoff: PLA der nächsten Generation, aus erneuerbaren Quellen mit
verbesserter Druckqualität
Vorteile: Präzise Druckergebnisse mit matter Oberfläche – selbst auf
einfachen Geräten leicht zu verarbeiten
Geeignet für: Designorientierte Projekte, Präsentationsmodelle,
ästhetisch anspruchsvolle Drucke
GreenTEC
/ GreenTEC Pro
Ausgangsstoff: Bio-basierter Kunststoff auf Maisstärkebasis
Vorteile: Sehr hohe Festigkeit, hitzebeständig bis 115 °C,
geringe Verformungstendenz – leicht zu drucken
Geeignet für: Funktionsteile, Vorrichtungen, technische Bauteile in
Bereichen wie Automotive, Elektronik oder Werkzeugbau
FLAX
& WOOD
Ausgangsstoff: PLA kombiniert mit Naturfasern wie Flachs oder Holz
Vorteile: Warme, natürliche Haptik mit organischer Oberflächenstruktur –
leicht poröse Optik mit Charakter
Geeignet für: Architekturmodelle, Produktprototypen, kreative
Anwendungen mit erzählerischer Materialwirkung
PEARL
Ausgangsstoff: PLA-Blend mit Glimmerpartikeln für schimmernde Effekte
Vorteile: Irideszenter Glanz bei gleichzeitig einfacher Handhabung –
keine Kompromisse bei der Druckqualität
Geeignet für: Premium-Prototypen, Kunstobjekte, Verpackungsdesigns und
visuell auffällige Prints
Je nach Projektanforderung stehen dir so vielseitige Optionen zur Verfügung.
BIOLOGISCHE ABBAUBARKEIT: WANN ZERSETZT SICH EIN FILAMENT?
Neben dem Begriff bio-basiert fällt oft auch „biologisch abbaubar“. Klingt logisch – wenn etwas aus Pflanzen besteht, müsste es doch auch einfach verrotten, oder?
Nicht ganz. Denn auch wenn manche unserer Filamente biologisch abbaubar sind, trifft das längst nicht auf alle bio-basierten Materialien zu.
Der entscheidende Unterschied:
- Bio-basiert beschreibt die Herkunft des Materials – also ob es aus erneuerbaren Rohstoffen wie Mais, Zuckerrohr oder Holz besteht.
- Biologisch abbaubar beschreibt das Verhalten am Lebensende – ob sich das Material durch natürliche Prozesse in Wasser, CO₂ und Biomasse zersetzen kann.
Diese beiden Eigenschaften sind nicht automatisch gekoppelt. Ein Filament kann vollständig bio-basiert sein, aber dennoch nicht biologisch abbaubar – je nachdem, wie es formuliert wurde.
Ein bekanntes Beispiel ist PLA: 100 % bio-basiert aus Maisstärke, aber nur unter industriellen Kompostierbedingungen wirklich abbaubar. Dafür braucht es:
- Temperaturen um 58 °C
- Hohe Luftfeuchtigkeit
- Sauerstoffzufuhr
- Mikroorganismen, die die Polymerketten aufspalten
Laut DIN EN 13432 gilt ein Kunststoff nur dann als kompostierbar, wenn er sich unter diesen Bedingungen zu mindestens 90 % innerhalb von 90 Tagen zersetzt. In einer zertifizierten Kompostieranlage funktioniert das – im heimischen Kompost oder auf der Deponie hingegen kaum.
KONVENTIONELLE KUNSTSTOFFE UND DAS POTENZIAL DER WIEDERVERWERTUNG
Nicht jedes Projekt braucht ein bio-basiertes Filament. Konventionelle Kunststoffe wie PETG bleiben wichtige Werkstoffe – dank ihrer Vielseitigkeit, Robustheit und einfachen Verarbeitung.
Gleichzeitig steigt die Bedeutung von Recycling: PETG etwa ist eine der besser recycelbaren fossil-basierten Optionen. Immer mehr Hersteller und Anwender arbeiten an Closed-Loop-Systemen, bei denen Filamente zurückgeführt, wiederverwertet und erneut verarbeitet werden.
Statt also in „bio-basiert versus konventionell“ zu denken, ist es sinnvoller, sich an der Funktion und dem Verwendungszweck zu orientieren: Was muss mein Bauteil leisten? Wie lange soll es halten? Und wie lässt sich der Umweltaufwand minimieren – durch Recycling, weniger Abfall oder regionale Produktion?
Bei Extrudr unterstützen wir genau diesen Ansatz: Unsere bio-basierten und recycelbaren Filamente werden vollständig in Lustenau (Österreich) produziert – mit Ökostrom und unter Verwendung verantwortungsvoll gewählter Rohstoffe.
Quellen:
www.european-bioplastics.org/bioplastics
https://gitnux.org/sustainability-in-the-3d-printing-industry-statistics/
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969723036690

