Was 2014 wie bei einem typischen Start-up in einer Garage begonnen hat, ist über die letzten Jahre rasant gewachsen. Getrieben vom Gedanken ihre eigenen Ideen mit 3D-Druck zu verwirklichen, wurde das Unternehmen von Marco Depaoli und Johannes Früh gegründet. Heute realisieren unzählige Kunden ihre eigenen Ideen mit Extrudr Filamenten. Wir haben ein paar Fragen an Johannes und Marco, die Gründer und Geschäftsführer von Extrudr, gestellt.
Wie kam es zur Gründung von Extrudr?
Angefangen hat alles im Jahr 2014. Langeweile, Schnaps und erste Berührungspunkte mit 3D-Druck im Studium haben zur Gründung von Extrudr noch während unserer Studienzeit geführt. Mit einer Extrusion Blow Molding Maschine und einer Regenrinne vom Baumarkt für die Kühlung des Filaments, haben wir unsere ersten Herstellungsversuche gemacht. Da wir mit dem Preis-Leistungsverhältnis von den Extrusionsmaschinen am Markt nicht zufrieden waren, haben wir uns dazu entschieden die Maschine selbst zu konstruieren und bauen.

Was hat sich seit der Gründung verändert?
Gestartet haben wir mit einer selbstgebauten Extrusionsanlage. Mittlerweile sind 12 Extrusionsanlagen in Betrieb. Mit dem Umzug in unseren Neubau werden es dann 18 Anlagen sein. Im Jahr 2016 haben wir Unterstützung von unserem ersten Mitarbeiter bekommen. Heute besteht das Team aus 30 Personen, die zum Erfolg beitragen. Auch das Produktportfolio hat sich ständig erweitert. Begonnen haben wir mit der Produktion von ABS und PLA. Heute umfasst das Produktportfolio 22 verschiedene Materialien. Mehr als die Hälfte der produzierten Menge besteht aus biobasierten Kunststoffen.
Was ist noch gleichgeblieben?
Worauf wir damals wie heute großen Wert darauflegen, ist die Entwickeln und der Bau unserer eigenen Extrusionsanlagen. Das Wissen um die Technologie ermöglicht es uns auf die verschiedenen Spezifikationen der Materialien einzugehen und unsere hohen Qualitätsanforderungen zu erfüllen.
Auf welche Produktentwicklung seid ihr besonders stolz?
Mit der biobasierten Produktpalette von GreenTEC haben wir etwas Einzigartiges geschaffen. Dazu zählen einerseits Performance Materialien und andererseits Produkte der Designreihe. Die Kunststoffe werden aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen. Das ist die Besonderheit dieser Produkte, denn gerade Materialien für Performance-Anwendungen basieren sonst meist auf fossilen Rohstoffen.
Welche Herausforderungen gab es die letzten Jahre?
Wir haben uns von einem Start-up zu einem etablierten Filament Produzenten entwickelt. Dank der hohen Nachfrage wurden unsere Räumlichkeiten schnell zu klein, wodurch wir in den letzten 10 Jahren bereit 4x in größere Gebäude umgezogen sind. Mit dem Neubau in Lustenau und den Erweiterungsmöglichkeiten haben wir jetzt einen langfristigen Standort gefunden.
Auch die Tätigkeiten und Anforderungen an die Mitarbeitenden wurden spezifischer. Zu Beginn waren alle Mitarbeitenden wahre Allrounder. Mit dem Wachstum wurde es notwendig Prozesse und Strukturen zu etablieren. Wir sind stolz darauf, dass einige der ersten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch heute zu unserem Team gehören.

Welches Erlebnis wird immer in Erinnerung bleiben?
Gleich zu Beginn bestellte Johannes 10 Tonnen ABS-Granulat. Es war klar, dass die Produktion und der Verkauf in Gang kommen müssen, um die Menge zu verkaufen. Ansonsten gibt es viele, die hier gar nicht veröffentlicht werden können 😉. Über die Jahre könnten wir darüber ein Buch mit den besten Geschichten schreiben.
Was sind die zukünftigen Pläne von Extrudr?
Weniger umziehen, aber trotzdem weiterhin wachsen. Mit unserem Neubau in Lustenau, welchen wir in ein paar Wochen beziehen können, haben wir die beste Grundlage dafür geschaffen. Das Gebäude mit Tiefgarage, Erdgeschoss und 3 Obergeschossen hat eine Bruttogeschossfläche von 12.000 m². Das Grundstück bietet Platz für etwaige Erweiterungen. Der Standort ist ideal gelegen, mit außergewöhnlichem Blick auf die österreichischen und Schweizer Berge.

